Für Beratende

Transkulturelle und diskriminierungskritische Beratung

Beratung wird als Handlungsfeld in immer mehr Berufen und auch Ehrenämtern ernstgenommen, nicht nur in der Sozialen Arbeit, sondern auch in Lehre, Verwaltung, juristischen und medizinischen Berufen. Zugleich steigt das Bewusstsein für die Heterogenität der Ratsuchenden. Unterschiedliche Lebensrealitäten und Erfahrungen im Kontext von Rassismus und Migration, aber auch andere gesellschaftliche Unterschiede, sowie verschiedene Erwartungen an Beratung stellen zusätzliche Anforderungen an Beziehungsaufbau und Kommunikation in der Beratung, die manche Beratenden verunsichern.

Mit „interkultureller Kompetenz“ im Sinne länderspezifischer Kenntnisse lässt sich diese Verunsicherung nicht überwinden. Zu unterschiedlich sind die Selbstwahrnehmungen, zu vielfältig sind die Identitäten und Bezugsgruppen jedes Menschen, als dass sich alles aus dessen Herkunft oder Staatsangehörigkeit ableiten ließe. Stattdessen braucht es transkulturelle Kompetenzen, die es erlauben Brücken zu bauen über tatsächliche oder vermeintliche kulturelle und soziale Unterschiede hinweg, eine Diversity-Perspektive auf relevante Unterschiede und Gemeinsamkeiten und ein Bewusstsein für Diskriminierungen, Privilegien und gesellschaftliche Machtverhältnisse. So kann die beratende Person ihrer Verantwortung gerecht werden, Haltungen zu entwickeln und Rahmenbedingungen zu schaffen, die bei allen Unterschieden empathische und weitgehend gleichberechtigte Beratungsbeziehungen ermöglichen.

All dies vermittle ich zusammen mit erfahrenen Kolleg*innen in Fortbildungen zum Thema „vorurteilsbewusste und diskriminierungskritische Beratung“ auf der Basis des Anti-Bias-Ansatzes. Der Anti-Bias-Ansatz fördert zunächst die Selbstreflexion und schafft ein Bewusstsein für eigene Vorannahmen und Vorurteile, eigene gesellschaftliche und berufliche Machtpositionen und Handlungsspielräume sowie unterschiedliche Erfahrungen mit Diskriminierung. Er stellt auch Werkzeuge zur Untersuchung von Diskriminierung wider Willen – z.B. die Reproduktion gesellschaftlicher Machtverhältnisse durch Helfen zur Verfügung. Darauf aufbauend können sich Fortbildungsmodule anschließen zur Kommunikation in der Beratung, zu Qualitätsstandards von Beratung, zur Strukturierung von Beratungsprozessen und zu Beratungsansätzen, immer mit transkultureller, rassismus- und diskriminierungskritischer Perspektive. Besonders Quer- und Wiedereinsteiger*innen in Beratungsberufe können hier auch ihre allgemeinen Beratungskompetenten ausbauen und auf den neuesten Stand bringen. Abgerundet wird das Angebot mit angeleiteten kollegialen Beratungsrunden in denen die Fortbildungsthemen anhand echter Fallbeispiele der Teilnehmenden vertieft werden.

Angebote:

  • Anti-Bias-Grund- und Aufbaukurse für Beratende
  • Fortbildungsmodule für Beratende z.B. zu den Themen vorurteilsbewusste und diskriminierungskritische Beratung, transkulturelle Kommunikation in der Beratung, Beratungsprozesse und -ansätze diversitysensibel gestalten, Kollegiale Beratung.
  • Vorträge z.B. zu den Themen Qualitätsstandards transkultureller und diversitätsbewusster Beratung, Stereotype in der Beratung, Reproduktionen struktureller Diskriminierung in der Beratung.